Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem Sie lange nichts mehr von mir gehört haben, melde ich mich nun zu Wort. In diesem Beitrag möchte ich über die Facettengelenksarthrose berichten. Ein sehr wichtiges Thema, über das man regelmäßig in radiologischen MRT- sowie in CT-Befunden liest. Dort fallen häufig Begriffe auf, darunter Facettengelenkarthrose oder „prominente Facettengelenksergüsse“ oder „Facettengelenkszyste.

Facettengelenkarthrose. Was ist das überhaupt?

Was bedeuten diese Begriffe? Ich versuche sie so einfach wie möglich zu beschreiben und verwende absichtlich nicht all zu viele Fachbegriffe.
Um das Krankheitsbild einer Facettengelenkarthrose zu erklären, muss erst die Anatomie des Facettengelenks umschrieben werden: Jeder Wirbel besteht aus einem nach vorne gerichteten Wirbelkörper und einem zum Rücken gelegenen Wirbelbogen. Die Wirbelbögen sind über jeweils zwei Gelenkfortsätze oben und unten miteinander verbunden. Diese Gelenke nennt man Facettengelenke. Die Facettengelenke sind im menschlichen Organismus nicht einfach so nackt, sondern werden mit einer bindegewebigen Gelenkkapsel festgehalten. Das Facettengelenk spielt eine enorm wichtige Rolle bei Bewegungen der gesamten Wirbelsäule sowie für die Stabilität. Eine ebenso wichtige Rolle spielt das Facettengelenk bei der Lastverteilung der Wirbelsäule und deren gesamten Funktionalität. Je nach Winkel und Einstellung der Gelenke kann sich die Wirbelsäule drehen, vor oder zurück neigen.

Wirbelsäule Facettengelenkarthrose

Eine Facettengelenkarthrose kommt selten allein!

Mit zunehmendem Alter zeigt das Facettengelenk, ähnlich wie viele weitere Gelenke des Körpers Anzeichen der Abnutzung – es verschleißt. Man spricht dabei von einer Degeneration des gesamten Bewegungssegmentes. Dies bedeutet, dass nicht nur ausschließlich das Gelenk verschleißt, sondern auch die gesamten lasttragenden Strukturen (Wirbelkörper) einschließlich der Bandscheibe verschleißen. Als Reaktion auf diese Abnutzung, wird das Facettengelenk – um möglichen Instabilitäten entgegenzuwirken- größer und dicker (Facettengelenkshypertrophie).
Nicht nur das Gelenk wird dicker, auch die Gelenkkapsel einschließlich der Bänder, die die Wirbelsäule verschließen werden entsprechend dicker. Als Folge einer Facettengelenksarthrose entstehen somit sehr häufig Verengungen (Stenosen). Dadurch haben die Nerven nicht ihren gewohnten Platz und melden sich bei den betroffenen Personen mit Schmerzen in den entsprechenden Bereichen der Beine.
Im Falle einer Spinalkanalstenose ist der zentrale Nervenkanal betroffen. Meist haben die Patienten dann die klassischen Symptome mit immer kürzer werdenden Gehstrecken, Schmerzen und Gefühllosigkeit in den Beinen.

Auch die häufig auftretenden Facettengelenksergüsse (zu viel Schmierflüssigkeit zwischen den Gelenkflächen) sind praktisch ein indirektes Zeichen, die eine Facettengelenksarthrose vermuten lassen. Nicht selten entstehen dadurch Facettengelenkszysten, die leider meistens in Richtung Nervenkanal wachsen und Symptome verursachen. Solche Instabilitäten führen später zu Gleitwirbeln, die sich ebenfalls durch Schmerzen und Beinbeschwerden bemerkbar machen (siehe auch Spondylolisthesis).

Sie sehen, die Facettengelenksarthrosen und ihre Folgen sind meistens Ergebnisse des Gesamtverschleißes des Bewegungssegmentes und sind so gut wie nie separat vorhanden. Sollte eine Facettengelenksarthrose vorliegen, ist in der Regel auch die dazugehörige Bandscheibe betroffen und die Nervenkanäle deutlich eingeengt.

Welche Therapiemaßnahmen helfen bei einer Facettengelenkarthrose?

Wenn die entsprechenden Symptome vorhanden sind und das Krankheitsbild der Facettengelenkarthrose zeichnen, versucht man zunächst mittels einer konservativen Therapie die Symptome zu lindern. Dazu gehören die üblichen Schmerzmittel, kombiniert mit Physiotherapie und physikalischen Maßnahmen, zur Kräftigung der Rückenmuskulatur. Die konservative Vorgehensweise hat das Ziel, nicht nur Schmerzen zu lindern, sondern auch die Belastung der Wirbelsäule etwas zu reduzieren.
Eine besondere Rolle nehmen die sogenannten Facettengelenksinfiltrationen ein: dabei werden unter CT oder Röntgen die entsprechenden Gelenke infiltriert. Diese Therapie führt durchaus zu einer kurzen oder langfristigen Schmerzreduktion.
Falls diese konservativen Therapieoptionen versagen, bleibt leider doch nur eine Operation als Heilungsmethode. Die Art der Operation hängt vom Ausmaß der Pathologie und den Beschwerden des Patienten ab. In jedem Fall sollte für ausreichende Platzverhältnisse im Bereich des Nervenkanals gesorgt werden.
Instabilitäten werden in manchen Fällen auch mittels minimal-invasiven Versteifungen beseitigt.

Ich bedanke mich für Ihre Zeit, stehe Ihnen bei Rückfragen zur Facettengelenkarthrose und auch weiteren Erkrankungen der Wirbelsäule selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Ihr Dr. med. Charilaos Christopoulos

2 Comments

  • by Brian L.
    Posted 04/04/2020 16:30

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  • by James H.
    Posted 24/04/2020 11:35

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